Web TV
Web TV bedeutet, einfach ausgedrückt, nichts anderes als die Übertragung von Fernsehprogrammen und Filmen über einen Internet-Anschluss. Da Filme und TV-Programme ziemlich groß in der zu übertragenden Datenmenge sind, kann ein solcher Empfang bzw. Service nicht ohne einen Breitbandanschluss genutzt werden.
Die Programme werden über das Web-TV in einem sogenannten Streaming-Verfahren zugänglich gemacht und nicht direkt gespeichert. Damit die Übertragung zustande kommt, wird natürlich die entsprechende Hardware benötigt, welche die einkommende Datenmenge zu verarbeiten weiß und normgerecht wieder für den Seher entschlüsseln kann, falls diese mit einer Verschlüsselungstechnik wie DRM codiert sein sollten.
Viele der großen Telekommunikationsprovider buhlen derzeit um die Gunst der Kunden und locken mit vielfältigen Angeboten. Grundsätzlich gehören zu den Angeboten immer alle "privaten" und "öffentlich-rechtlichen" Sender sowie eine schier unüberschaubare Anzahl an Radiosendern. Um das Angebot noch verlockender zu machen, bieten die Provider unter anderem PayTV-Programme wie Premiere in ihren Paketen an. Eine weitere sehr attraktive Zusatzoption ist das Bereitstellen von wichtigen ausländischen Sendern, die hierzulande nur über Satellit oder sonst überhaupt nicht in Deutschland zu empfangen sind. So bieten viele Provider die größten Sender aus der Türkei, Italien, Spanien, Polen etc. an.
Ein Vergleich lohnt sich hier durchaus, da das angebotene Arsenal an ausländischen Sendern doch sehr unterschiedlich ist. Daneben stellt der Video-on-Demand-Service ebenfalls eine attraktive Möglichkeit dar, um den Kunden zu locken. Dabei handelt es sich um nichts anderes, als um eine Art Videothek aus der man sich online die neuesten Filme oder Serien herunterladen kann (gegen Aufpreis natürlich). Das Angebot variiert auch hier sehr stark und bei den besseren Anbietern gibt es weit mehr als 4.000 Titel. Weitere providerabhängige Features sind diverse Suchfunktionen durch das TV-Angebot der Vielzahl an Sendern, elektronische Programmzeitschriften sowie Zuschaltmöglichkeiten für Mehrkanaltöne oder Fremdsprachenkanäle.
Einige WebTV-Anbieter verbinden ihr Angebot auch mit dem Internet bzw. bieten Funktionen, die man aus dem Internet kennt, an. Zum Beispiel ist es möglich, Kommentare und Empfehlungen zu einzelnen Videos abzugeben, sich Playlisten zu erstellen und diese mit anderen WebTV-Nutzern zu teilen oder sogar eigene Videos hochzuladen. Neben der Möglichkeit, Web TV von einer zentralen Anlaufstelle wie einem Web TV-Provider oder ähnlichem streamen zu lassen, kann der Datenverkehr aber natürlich auch über ein Peer-to-Peer-Verfahren geregelt sein. Peer-to-Peer bedeutet nichts anderes, als dass die Daten von einem Nutzer zum anderen Nutzer gestreamt werden. Durch die rasche Verbreitung der Breitbandanschlüsse und der teilweisen kuriosen Funktionsvielfalt gegenüber herkömmlichen Kabelanschlüssen gewinnt das Web TV natürlich immer mehr Anhänger. Waren es im Jahre 2004 knapp 7,9 Millionen Anschlüsse werden für das Jahr 2010 schon rund 21 Millionen potenzielle Web TV-Nutzer geschätzt. Auch der UMTS-Markt birgt ein gewaltiges Potenzial und eröffnete im Jahre 2007 schon knapp 11 Millionen deutschen Bundesbürgern das Tor zum Web TV. Wer mehr Auswahl an Fernsehsendern und Filmmöglichkeiten haben möchte, der kommt um diese Technologie nicht herum. Über 200 deutsche Internet-Sender und knapp 3.000 weitere Sender weltweit warten darauf, entdeckt zu werden. Die Zahl steigt natürlich stetig an.

Kommentar hinzufügen